Kurzantwort
Phishing-Nachrichten wollen dich unter Zeitdruck zu einem Klick, einer Eingabe oder einer Zahlung bringen. Die zuverlässigste Gegenmaßnahme: Folge nie dem Link oder QR-Code in der Nachricht, sondern prüfe das Anliegen selbst – über die bekannte App oder eine selbst eingegebene Adresse.
Schritt für Schritt
- 01
Druck und Dringlichkeit erkennen
Drohende Kontosperrung, angebliche Rückzahlungen oder „Sicherheitsupdates“ mit kurzer Frist sind typische Köder. Je eiliger eine Nachricht klingt, desto genauer solltest du hinschauen.
- 02
Absender und Ziel prüfen
Angezeigte Namen lassen sich leicht fälschen. Prüfe die tatsächliche Absenderadresse und – ohne zu klicken – das Linkziel. Bei SMS und Messengern ist das oft nicht verlässlich möglich.
- 03
Unabhängig verifizieren
Öffne die App deiner Bank oder des Dienstes direkt oder tippe die bekannte Adresse selbst ein. Liegt dort keine Nachricht vor, ist die E-Mail oder SMS sehr wahrscheinlich gefälscht.
- 04
QR-Codes wie Links behandeln
Ein QR-Code ist nur ein versteckter Link. Gedruckte Codes auf Briefen, Parkautomaten oder Plakaten können überklebt sein. Prüfe die angezeigte Adresse vor dem Öffnen.
- 05
Melden und löschen
Leite Phishing an die Missbrauchsadresse des betroffenen Anbieters weiter, sofern dieser eine nennt, und lösche die Nachricht anschließend.
Checkliste
- Ich klicke keine Links aus unerwarteten Nachrichten zu Konto, Paket oder Zahlung.
- Ich prüfe Anliegen über die bekannte App oder selbst eingegebene Adresse.
- Ich gebe niemals TANs, Codes oder Passwörter auf Aufforderung weiter.
- Wichtige Konten sind mit MFA oder Passkey geschützt.
- Ich weiß, wie ich meine Bank im Notfall erreiche.
Typische Fehler
- Auf ein korrektes Logo oder eine persönliche Anrede vertrauen – beides lässt sich leicht kopieren.
- Den Link „nur kurz ansehen“ und dabei bereits Zugangsdaten eingeben.
- Einen per SMS erhaltenen Bestätigungscode am Telefon vorlesen.
- Nach einem Fehler aus Scham abwarten, statt sofort die Bank zu informieren.
Häufige Fragen
Ist eine Nachricht mit meinem richtigen Namen automatisch echt?
Nein. Namen und teilweise auch weitere Daten stammen häufig aus früheren Datenlecks. Entscheidend ist, ob sich das Anliegen über einen unabhängigen Weg bestätigen lässt.
Was tue ich, wenn ich schon auf den Link geklickt habe?
Ein Klick allein ist oft noch kein Schaden. Hast du Daten eingegeben, ändere das Passwort von einem vertrauenswürdigen Gerät, beende fremde Sitzungen und informiere bei Bank- oder Zahlungsdaten sofort deine Bank über die bekannte Rufnummer.
Erkennt mein Spamfilter Phishing zuverlässig?
Filter fangen vieles ab, aber nicht alles. Gezielte oder neue Kampagnen kommen regelmäßig durch – deshalb bleibt die eigene Prüfung wichtig.
Wo sehe ich aktuelle Phishing-Wellen?
Der Phishing-Radar der Verbraucherzentrale dokumentiert aktuelle gefälschte Nachrichten, etwa im Namen von Banken und Zahlungsdiensten.
Quellen
- Verbraucherzentrale – Phishing-Radar
- Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
- Polizeiliche Kriminalprävention – polizei-beratung.de
Geprüft am 06.10.2026.