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Digitaler Notfallordner: So bereitest du wichtige Zugänge und Informationen vor

Wie Angehörige im Notfall wichtige digitale Dinge finden, ohne dass Passwörter unsicher herumliegen: Inhalte, Aufbewahrung und Abgrenzung zum digitalen Nachlass.

Geprüft am · Redaktion Cyberschutz.io

Inhalt

Kurzantwort

Ein digitaler Notfallordner ist eine Übersicht, mit der eine Vertrauensperson im Notfall weiß, welche Geräte, Konten und Verträge es gibt und wie sie an die nötigen Zugänge kommt. Passwörter gehören nicht im Klartext in eine frei zugängliche Datei. Bewahre Hinweise und Zugangsinformationen getrennt und geschützt auf – etwa über einen Passwortmanager mit Notfallzugriff oder eine verschlüsselte Datei.

Notfallordner und digitaler Nachlass

Digitaler Notfallordner

Eine praktische Übersicht für Krankheit, Unfall, Geräteverlust oder andere Situationen, in denen du vorübergehend nicht selbst handeln kannst.

Digitaler Nachlass

Betrifft zusätzlich, was nach dem Tod mit Konten, Daten und Verträgen geschehen soll. Die Verbraucherzentrale empfiehlt dafür eine schriftliche Vollmacht für eine Vertrauensperson, die über den Tod hinaus gilt.

Rechtliche Fragen

Vollmachten, Erbrecht und Verfügungen können individuelle Beratung erfordern. Dieser Ratgeber behandelt nur die organisatorische Vorbereitung.

Was in die Übersicht gehören kann

  • Wichtige Geräte und wie sie entsperrt werden können (Hinweis, nicht die PIN selbst)
  • Wichtige Konten, vor allem E-Mail
  • Banking-Hinweise: welche Banken, keine PINs oder TANs
  • Versicherungen und laufende Verträge
  • Cloud-Speicher, Fotos und Dokumente
  • Soziale Netzwerke und was mit ihnen geschehen soll
  • Abonnements, die gekündigt werden müssten
  • Domains oder Websites, falls privat relevant
  • Passwortmanager und wo der Zugang hinterlegt ist
  • Wichtige Ansprechpersonen

Schritt für Schritt

  1. 01

    Vertrauensperson bestimmen

    Überlege, wer im Notfall handeln soll, und sprich mit dieser Person darüber. Sie muss wissen, dass es den Ordner gibt und wo er liegt.

  2. 02

    Übersicht anlegen

    Liste Geräte, Konten und Verträge auf – zunächst ohne Passwörter. Die Verbraucherzentrale bietet dafür ein kostenloses Online-Tool an. Beginne mit dem Wichtigsten, vor allem dem E-Mail-Konto.

  3. 03

    Weg zu den Zugängen festlegen

    Wähle, wie die Vertrauensperson an Zugangsdaten kommt: etwa über die Notfall- oder Wiederherstellungsfunktion eines Passwortmanagers, falls vorhanden, über eine verschlüsselte Datei oder über einen sicher verwahrten physischen Hinweis.

  4. 04

    Zugang und Schlüssel trennen

    Bewahre die Zugangsinformationen und die Information zum Entschlüsseln getrennt auf, zum Beispiel die verschlüsselte Datei an einem Ort und das Kennwort an einem anderen. Keine Methode ist absolut sicher; die Trennung erschwert Missbrauch.

  5. 05

    Wünsche festhalten

    Notiere, was mit Konten geschehen soll: weiterführen, kündigen, löschen oder in einen Gedenkzustand versetzen, sofern der Dienst das anbietet.

  6. 06

    Regelmäßig aktualisieren

    Neue Geräte, Konten oder Verträge veralten die Übersicht schnell. Prüfe sie bei Änderungen und in festen Abständen.

Checkliste

  • Eine Vertrauensperson ist bestimmt und informiert.
  • Geräte, Konten und Verträge sind aufgelistet.
  • Passwörter liegen nicht im Klartext in einer frei zugänglichen Datei.
  • Zugangsinformationen und Entschlüsselung sind getrennt aufbewahrt.
  • Wünsche zu Konten und Daten sind notiert.
  • Für den digitalen Nachlass ist an eine Vollmacht gedacht.
  • Die Übersicht ist aktuell.

Typische Fehler

  • Alle Passwörter in eine unverschlüsselte Datei auf dem Desktop schreiben.
  • Den Ordner anlegen, aber niemandem sagen, wo er liegt.
  • Zugangsdaten und Kennwort zum Entschlüsseln am selben Ort aufbewahren.
  • Die Übersicht einmal anlegen und nie aktualisieren.
  • Rechtliche Fragen zum Nachlass allein mit einer Liste lösen wollen.

Häufige Fragen

Soll ich Passwörter in den Notfallordner schreiben?

Nicht im Klartext in eine frei zugängliche Datei oder einen offen liegenden Ordner. Besser ist ein geschützter Weg, etwa ein Passwortmanager mit Notfallzugriff oder eine verschlüsselte Datei, deren Kennwort getrennt verwahrt wird.

Wo sollte ich den Notfallordner aufbewahren?

An einem geschützten Ort, den deine Vertrauensperson kennt – etwa zu Hause sicher verwahrt oder verschlüsselt digital. Wichtig ist, dass sie ihn im Notfall findet.

Was ist der Unterschied zum digitalen Nachlass?

Der Notfallordner hilft, wenn du vorübergehend nicht handeln kannst. Der digitale Nachlass regelt zusätzlich, was nach dem Tod mit Konten und Daten geschieht, häufig ergänzt durch eine Vollmacht.

Brauche ich dafür einen Passwortmanager?

Nein, er ist eine von mehreren Möglichkeiten. Bietet dein Manager eine Notfallzugriffsfunktion, kann sie den Ablauf erleichtern.

Wie oft sollte ich den Ordner aktualisieren?

Immer, wenn sich Wichtiges ändert, etwa ein neues Gerät oder E-Mail-Konto, und zusätzlich in festen Abständen.

Quellen

Geprüft am 07.10.2026.

Die Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechtsberatung.