Inhalt
Kurzantwort
Geht gemeinsam fünf Bereiche durch: Konten, Geräte, Heimnetz, Smart Home und die Regeln für Kinder und Jugendliche. Prüft vor allem, ob die wichtigsten Konten einzigartige Passwörter und einen zweiten Faktor haben, ob Geräte Updates bekommen und gesichert werden und ob der Router aktuell ist. Eine kurze gemeinsame Runde kann bereits viele Schwachstellen sichtbar machen.
Was zum Check gehört
A. Konten
Wichtigste E-Mail-Konten, Apple- oder Google-Konten, soziale Netzwerke, Banking, Shopping sowie Streaming- und Familienkonten. Prüft jeweils: einzigartige Zugangsdaten, Zwei-Faktor-Anmeldung oder Passkey, wo möglich, aktuelle Wiederherstellungsdaten (Telefonnummer, Ersatz-E-Mail) und unbekannte aktive Sitzungen.
B. Geräte
Smartphones, Tablets, Computer, Spielekonsolen und Smartwatches. Prüft: Updates, Gerätesperre mit PIN oder Code, Verschlüsselung, soweit das Gerät sie anbietet, automatische Backups und die Ortungs- bzw. Verlustfunktion, wenn ihr sie nutzen wollt.
C. Heimnetz
Router-Software aktuell, WLAN mit WPA2 oder WPA3 und langem Passwort, Gastnetz für Besuch und wenig vertrauenswürdige Geräte, ein Blick in die Geräteübersicht des Routers und geänderte Standardpasswörter.
D. Smart Home
Kameras, Türklingeln, Sprachassistenten und andere smarte Geräte. Prüft: Updates, nicht mehr benötigte Konten und Freigaben für andere Personen und welche Funktionen aus dem Internet erreichbar sind – und ob das so sein muss.
E. Kinder und Jugendliche
Altersgerechte Konten, Privatsphäre-Einstellungen, Einstellungen für In-App-Käufe und die Nutzung sozialer Netzwerke. Wichtiger als Technik sind gemeinsame Regeln und eine klare Absprache: Wenn etwas schiefgeht, dürfen Kinder jederzeit kommen, ohne Ärger befürchten zu müssen.
Der 20-Minuten-Familiencheck
- 1
Wichtigstes E-Mail-Konto prüfen
Über dieses Konto lassen sich viele andere Passwörter zurücksetzen. Ist das Passwort einzigartig?
- 2
Zweiter Faktor aktiv?
Bei E-Mail, Apple- oder Google-Konto und Banking: Ist eine Zwei-Faktor-Anmeldung oder ein Passkey eingerichtet?
- 3
Geräteupdates prüfen
Sind automatische Updates an? Bekommt jedes Gerät überhaupt noch Sicherheitsupdates?
- 4
Backups kontrollieren
Werden Fotos und Dokumente automatisch gesichert – und wann zuletzt?
- 5
Router prüfen
Ist die Router-Software aktuell und das Standardpasswort geändert?
- 6
Familienkonten durchsehen
Wer ist in Familienfreigaben, Streaming- und Store-Konten eingetragen? Sind Kaufbestätigungen eingeschaltet?
- 7
Notfallkontakte festlegen
Wer hilft, wenn ein Konto gehackt oder ein Handy weg ist? Wo stehen die Wiederherstellungsinformationen?
Schritt für Schritt
- 01
Termin und Runde festlegen
Setzt euch zusammen und nehmt die Geräte mit. Jugendliche können ihre eigenen Konten selbst prüfen; es geht ums gemeinsame Absichern, nicht ums Kontrollieren.
- 02
Mit den Konten beginnen
Fangt mit E-Mail, Apple- oder Google-Konto und Banking an. Ein Passwortmanager hilft bei einzigartigen Passwörtern; ob alle denselben nutzen, ist eure Entscheidung.
- 03
Geräte durchgehen
Updates einschalten, Sperre prüfen, Backup kontrollieren. Notiert Geräte, die keine Sicherheitsupdates mehr bekommen.
- 04
Router und Smart Home prüfen
Meldet euch an der Router-Oberfläche an, prüft Updates, WLAN-Verschlüsselung und Gastnetz. Schaut in den Apps smarter Geräte nach Freigaben und Fernzugriff.
- 05
Regeln mit Kindern vereinbaren
Besprecht In-App-Käufe, Privatsphäre und was bei Problemen passiert. Erklärt, warum eine Einstellung sinnvoll ist.
- 06
Offene Punkte notieren
Haltet fest, was noch fehlt, und wer sich darum kümmert. Beim nächsten Check fangt ihr dort an.
Checkliste
- Die wichtigsten Konten haben einzigartige Passwörter.
- E-Mail, Apple- oder Google-Konto und Banking nutzen einen zweiten Faktor oder Passkey.
- Wiederherstellungsdaten sind aktuell, unbekannte Sitzungen abgemeldet.
- Alle Geräte erhalten Updates und sind gesperrt.
- Fotos und Dokumente werden automatisch gesichert.
- Router ist aktuell, WLAN verschlüsselt, Standardpasswörter sind geändert.
- Smart-Home-Freigaben und Fernzugriffe sind geprüft.
- Mit den Kindern gibt es gemeinsame Regeln und eine klare Ansprechperson.
Typische Fehler
- Nur die Kinder-Geräte prüfen und die Konten der Erwachsenen vergessen.
- Den Check als Überwachung angehen statt als gemeinsame Absicherung.
- Alte Geräte ohne Updates weiter im Heimnetz betreiben, ohne es zu wissen.
- Wiederherstellungsnummern nicht aktualisieren, wenn sich eine Telefonnummer ändert.
- Alles auf einmal lösen wollen – und dann gar nicht anfangen.
Häufige Fragen
Müssen alle Familienmitglieder denselben Passwortmanager verwenden?
Nein. Ein gemeinsamer Manager kann das Teilen von Zugängen erleichtern. Wichtig ist, dass jede Person überhaupt einzigartige Passwörter nutzt.
Wie oft sollte man die Sicherheit zuhause prüfen?
Eine feste Regel gibt es nicht. Unsere redaktionelle Empfehlung: alle drei bis sechs Monate sowie bei neuen Geräten oder Konten.
Ist das ein Kinderschutz-Check?
Nein, der Check betrifft den ganzen Haushalt. Jugendschutz-Einstellungen sind ein Teil davon; sie werden auf unserer Seite zu Kinderschutz und Familienkonten genauer erklärt.
Was mache ich mit Geräten, die keine Updates mehr bekommen?
Prüft, ob sie ersetzt werden können. Bis dahin können sie möglichst wenig Zugriff erhalten, zum Beispiel im Gastnetz.
Brauchen wir dafür technisches Wissen?
Kaum. Die meisten Punkte findet ihr in den Einstellungen unter „Sicherheit“ oder „Konto“. Bei Router oder Smart Home hilft die Anleitung des Herstellers.
Quellen
- BSI – Zwei-Faktor-Authentisierung
- BSI – Smartphone und Tablet effektiv schützen
- BSI – Router und WLAN sicher einrichten
- BSI – Smarthome: den Wohnraum sicher vernetzen
Geprüft am 07.10.2026.